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MOTOTRBO (DMR) PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 08. Dezember 2010 um 10:10 Uhr

 

Was ist MOTOTRBO (DMR)?

 

MOTOTRBO, ein Markenname von Motorola, ist ein 2-Zeitschlitzverfahren, ähnlich der bei uns in der BRD eingeführten TETRA Technik. Hier können gleichzeitig 2 Gesprächsrunden über einen Umsetzer stattfinden. Alle Relais sind über das Internet miteinander verbunden. Der DMR-Standard hat verglichen mit herkömmlichen analogen Systemen wie auch im Vergleich mit anderen digitalen Konzepten viele Vorteile. Die Fähigkeiten digitaler DMR-Systeme sind:  

  • Vorhersagbare Kapazitätsverdoppelung in bestehenden Frequenzen
  • Spektrums-Rückwärtskompatibilität mit analogen Altsystemen
  • Effiziente Nutzung der Infrastruktur
  • Längere Akkubetriebsdauer und effizienterer Energieverbrauch
  • Anwenderfreundliche und leicht erstellbare Datenanwendungen
  • Systemflexibilität durch gleichzeitige Nutzung von TDMA-Kanälen
  • Erweiterte Steuerungsfunktionen
  • Überragende Audioleistung
  • Versorgungssicherheit durch einen völlig offenen, gut eingeführten Standard

Weitere Infos zu DMR sind auch hier zu finden:

Homepage von Jochen DL1YBL
Homepage von Ralf DF6RK DMR Frankfurt
Homepage K6EH und N6DVA

 


 

Einer der grundsätzlichen Vorteile von DMR ist, dass mit DMR ein einzelner 12,5-kHz-Kanal zwei gleichzeitige und voneinander unabhängige Rufverbindungen unterstützen kann. Erzielt wird dies mit dem Zeitmultiplex-Verfahren (TDMA). Unter dem DMR-Standard behält TDMA (Time Division Multiple Access) die 12,5-kHz-Kanalbreite bei und teilt sie in zwei abwechselnde Zeitschlitze A und B ein (in Abb. 1 unten abgebildet). Jeder Zeitschlitz dient dann als separater virtueller Kanal. In Abb. 1 findet auf Zeitschlitz 1 zwischen Funkgerät 1 und Funkgerät 3 ein Gespräch statt, während Funkgerät 2 und Funkgerät 4 auf Zeitschlitz 2 miteinander kommunizieren. 

 

Vorhersagbare Kapazitätsverdoppelung in  bestehenden 12,5-kHz-Kanälen

 

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Abb. 1
TDMA-Struktur von DMR mit zwei Zeitschlitzen

 

In dieser Anordnung ist jeder Kommunikationspfad für eine Hälfte der Zeit in 12,5 kHz Bandbreite aktiv und jeder benutzt die gleiche Bandbreite von 6,25 kHz, d.h. die Hälfte der 12,5 kHz. Dies wird als eine Leistung von einem Gespräch pro 6,25 kHz Frequenzspektrum bezeichnet, mit DMR behält der Kanal aber insgesamt das gleiche Profil wie ein 12,5-kHz-Analogsignal. DMR-Funkgeräte können daher auf den bestehenden 12,5-kHz- oder 25-kHz-Kanälen betrieben werden. Das heißt, dass keine Neueinteilung des Frequenzbands oder neue Lizenzierung erforderlich ist, gleichzeitig aber die Kapazität des Kanals verdoppelt wird. In Diagramm 2 unten wird dies veranschaulicht. Dieser TDMA-Ansatz zur Erhöhung der Rufkapazität in einer bestimmten Bandbreite ist gut erprobt und bewährt. TETRA- und GSM-Mobilfunk – zwei der am häufigsten eingesetzten Funkkommunikationstechnologien der Welt – sind TDMA-Systeme. Zur Zeit wird auch die Spezifikation für Phase II des US-amerikanischen BOS-Digitalfunkstandards APCO P25 auf TDMA mit zwei Zeitschlitzen erweitert. 

 

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Abb. 2
Analog-Digital-Migration mit DMR-Systemen

 

Der alternative Ansatz zur Steigerung der Kapazität ist die Aufteilung von 12,5-kHz- oder 25-kHz-Kanälen in zwei oder mehr separate 6,25-kHz-Kanäle im so genannten Frequenzmultiplexverfahren (Frequency Division Multiple Access) oder FDMA. Funkgeräte, die zu Sprechfunk in 6,25-kHz-FDMA fähig sind, können dann theoretisch zwei neue Kanäle nebeneinander in einen alten 12,5-kHz-Kanal zwängen. In der Praxis sieht die Realität aber anders aus. In vielen Ländern gibt es keine spezifischen 6,25-kHz-Lizenzen und geltende Vorschriften erlauben es Lizenzinhabern nicht, im Rahmen einer bestehenden 12,5-kHz-Lizenz zwei 6,25-kHz-Kanäle zu betreiben. Gewöhnlich ist aber der Betrieb unter einer 12,5-kHz-Lizenz mit einem einzelnen 6,25-kHz-Funkkanal möglich, allerdings ohne Erzielen einer Kapazitätssteigerung für den Benutzer. Diese Situation wird in Abb. 3 unten veranschaulicht. In den Vereinigten Staaten, wo 6,25-kHz-Kanäle lizenzpflichtig sind, ist es Lizenzinhabern nicht gestattet, bestehende 12,5-kHz-Lizenzen in mehrere 6,25-kHz-Kanäle zu unterteilen. Um die Kapazität für 6,25-kHz-FDMA-Systeme zu erhöhen, müssen Benutzer daher neue 6,25-kHz-Lizenzen in anderen Bereichen des Frequenzspektrums suchen. Selbst wenn die einschlägigen Gesetze eines Landes es zulassen, dass ein Benutzer zwei 6,25-kHz-Kanäle in eine bestehende Lizenz zwängt, kann dies Probleme verursachen.

 

Es ist gut bekannt, dass der Betrieb eines Systems an einem einzelnen Standort unter Verwendung von zwei Kanälen, die im Spektrum nebeneinander liegen, Störungsrisiken verursacht. Aus diesem Grund würden Benutzer höchstwahrscheinlich immer noch eine neue Lizenz in einem anderen Bereich des Frequenzspektrums beantragen, um die Kapazität mit einer 6,25-kHz-FDMA-Lösung zu erhöhen (siehe Abb. 4 unten). Im Gegensatz dazu finden sich bei der Installation von DMR-Systemen keine Probleme mit Störungen, da die zwei TDMA-Kanäle des DMR-Standards sauber in die bestehende Kanalstruktur passen.

 

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Abb. 3
Analog-Digital-Migration mit digitalen 6,25-kHz-FDMA-Systemen

 

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Abb. 4
Analog-Digital-Migration mit 6,25-kHz-FDMA

 

Zusammengefasst gilt, dass sowohl FDMA- als auch TDMA-Systeme, die in digitalen PMR/LMR-Protokollen verwendet werden, theoretisch insofern die gleiche Bandbreiteneffizienz haben, als sie zwei Sprechkanäle im 12,5-kHz-Spektrum bereitstellen können. Der von DMR verwendete TDMA-Ansatz bringt aber die Vorteile der Kompatibilität mit den jeweils bestehenden Lizenzsystemen rund um die Welt mit sich und lässt keine neuen Störungsprobleme entstehen.
Ein potenzieller Vorteil des 6,25-kHz-FDMA-Ansatzes ist, dass kein Repeater benötigt wird, um TDMA-Zeitschlitze so zu koordinieren, dass sie zwei voneinander unabhängige Sprechkanäle liefern, wie das für DMR notwendig ist. (DMR-Systeme funktionieren gut ohne Repeater und liefern immer noch viele der DMR-Systemen eigenen Vorteile, wie z.B. Rückkanalsignalisierung, aber nicht zwei voneinander völlig unabhängige Kanäle pro 12,5-kHz-Spektrum). Ohne einen Repeater müssen aber alle Funkgeräte jederzeit in Reichweite voneinander sein, um eine vorhersagbare Kapazitätsverdoppelung mit FDMA zu erhalten. Wenn das System also jetzt oder in Zukunft für mehr Reichweite oder zur Abdeckung eines Problembereichs einen Repeater braucht (z.B. bei einer Standortverlagerung oder der Eröffnung eines neuen Standorts), dann ist dieser Vorteil von FDMA von begrenztem Nutzen.

 

DMR-Systeme haben auch den Vorteil, dass 12,5-kHz-Signale gegenüber Störungen robuster sind als 6,25-kHz-Signale. Das bedeutet, dass in verrauschten Umgebungen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Signal auf einem 12,5-kHz-Kanal verschlechtert wird, geringer ist als bei einem Signal auf einem 6,25-kHz-Kanal, und das 12,5-kHz-Signal einem Funkgerätbenutzer wahrscheinlich eher eine akzeptable Dienstgüte liefert. Der Vorteil von 6,25-kHz-FDMA-Systemen, dass sie für eine Kapazitätssteigerung keinen Repeater benötigen, ist daher nur dann von Nutzen, wenn
a) es ein System für einen kleinen Standort ist, bei dem während der gesamten Lebensdauer des Systems die Funkgeräte aller Benutzer ständig in direkter Reichweite aller anderen Benutzer sein werden, mit denen sie eventuell kommunizieren müssen,
b) man die benötigten Frequenzen erhalten konnte, da das Aufteilen einer bestehenden Lizenz in mehrere 6,25-kHz-Kanäle aus regulatorischen oder störungstechnischen Gründen nicht durchführbar ist,
c) Kosten oder Verfügbarkeit robusterer 12,5-kHz-Kanallizenzen problematisch sind,
d) die Kompatibilität mit analogen 12,5-kHz-Altsystemen nicht notwendig ist (siehe unten).

 

Bei DMR, das von Anfang an unter Berücksichtigung langfristiger gewerblicher und wirtschaftlicher Erfordernisse entwickelt wurde, finden sich diese Beschränkungen nicht.

 


 

DMR liefert Frequenzspektrum-Rückwärtskompatibilität mit analogen Altsystemen

 

Eventuell ist es für Lizenzinhaber wichtig, bisherige Lizenzen weiterhin zu behalten, um die Rückwärtskompatibilität mit ihren eigenen Altgeräten oder mit dem Analogfunksystem einer externen Organisation (z.B. einem am Standort tätigen Subunternehmen) zu gewährleisten. Da DMR 12,5-kHz-Kanäle verwendet, ist die erforderliche Spektrumskompatibilität bereits eingebaut. Dies wird in Abb. 5 unten veranschaulicht.

 

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Abb. 5
Compatibility of DMR spectrum channels with legacy analogue systems

 

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Abb. 6
Für Zwei-Kanal-FDMA- und -TDMA-Systeme erforderliche Ausrüstung

 

FDMA benötigt einen dedizierten Repeater für jeden Kanal sowie teuere Antennenweichen (Combiner), damit mehrere Frequenzen die gleiche Basisstationsantenne benutzen können. Es kann besonders kostspielig sein, die Antennenweichen dazu zu bringen, dass sie mit 6,25-kHz-Signalen funktionieren. Meist wird bei derartiger Verwendung der Ausrüstung ein Verlust an Signalqualität und Reichweite verzeichnet, so dass die in Abb. 6 gezeigten Leistungsverstärker benötigt werden. Bei 6,25-kHz-FDMA-Systemen ist außerdem die Toleranz gegenüber Fehlern geringer, die durch das Phänomen der Oszillatoralterung und die resultierende Signalabweichung von der gewünschten Mittenfrequenz auf Seite des sendenden Funkgeräts eingeführt werden. Dies führt zu einem weniger robusten Nachbarkanalschutz, was das System störungsanfälliger macht. Als Gegenmaßnahme kann ein Spezialgerät, ein so genannter Hochstabilitätsoszillator, verwendet werden, allerdings mit entsprechendem Kostenaufwand. Im Gegensatz dazu erreicht Zwei-Zeitschlitz-TDMA stabile Zweikanaläquivalenz unter Verwendung von Einkanalausrüstung. Es werden keine zusätzlichen Repeater oder Antennenweichen benötigt (die an einem Repeaterstandort benötigte Klimaanlagenbeanspruchung sowie die erforderliche Notstromversorgung ist geringer). Das bedeutet geringere Kosten und einfachere Standortplanung für DMR-Benutzer.

 


 

Längere Akkubetriebsdauer und effizienterer Energieverbrauch

 

Eine der größten Herausforderungen bei Mobilfunkgeräten ist seit jeher die Akkubetriebsdauer. In der Vergangenheit waren die Möglichkeiten zur Erhöhung der Sendezeit pro Akkuladung begrenzt. Zwei-Zeitschlitz-TDMA bietet jetzt aber einen guten Ausweg. Da ein einzelner Ruf nur einen der zwei Zeitschlitze benutzt, benötigt er nur die Hälfte der Senderkapazität. Der Sender ist die Hälfte der Zeit im Ruhezustand, d.h. immer dann, wenn der unbenutzte Zeitschlitz „dran“ ist.
Bei einem typischen Einsatz mit 5 Prozent Senden, 5 Prozent Empfang und 90 Prozent Standby-Betrieb macht die Sendezeit einen hohen Anteil der Stromentnahme aus dem Akku des Funkgeräts aus. Durch Halbieren der effektiven Sendezeit kann Zwei-Zeitschlitz-TDMA eine Verbesserung der Sendezeit von bis zu 40 Prozent gegenüber Analogfunkgeräten ermöglichen (die von einem Hersteller veröffentlichten Produktinformationen nennen eine Sendezeit von 9 Stunden im Analogbetrieb, aber 13 Stunden im Digitalbetrieb mit dem gleichen Funkgerät). Die drastische Verringerung des gesamten Akkustromverbrauchs pro Ruf macht den längeren Einsatz zwischen Ladungen möglich. DMR-Digitalgeräte können außerdem Akkuspar- und Power-Management-Technologie aufweisen, die eine noch weitere Verlängerung der Akkubetriebsdauer bewirkt.
Der Stromverbrauch eines einzelnen Geräts wird zwar von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst, der Vergleich veröffentlichter Akkubetriebsdauerwerte für häufig verkaufte DMR- und FDMA-Digitalfunkgeräte lässt aber die Vorteile des TDMA-Ansatzes gegenüber FDMA erkennen. Für jede Einsatzstunde ergeben die TDMA-Funkgeräte eine 10 % bis 34 % geringere erforderliche Akkukapazität als FDMA-Modelle.
Abgesehen von den umweltschutzbezogenen Gründen für eine sparsamere Energienutzung bringt die Wahl einer Technologie mit geringerem Energieverbrauch auch mehr Flexibilität für die Zukunft mit sich, weil Benutzer mit steigendem Kommunikationsbedarf (z.B. höherer Datenbedarf) auch mehr Akkukapazität benötigen. Es ist besser, auf die Technologie zu setzen, die an sich schon effizient ist und daher mehr Spielraum bietet. Wie oben beschrieben, ist die DMR-Infrastruktur ebenfalls einfacher als die für FDMA-Systeme erforderliche. Das bedeutet, dass der Energiebedarf für den Betrieb eines Standorts bei TDMA-Systemen niedriger ist als bei FDMA-Systemen. Dank dieser energieeffizienten Eigenschaften erhalten DMR-Benutzer ein sparsameres und umweltschonenderes Funknetzwerk sowie den Vorteil langer Akkubetriebsdauer bei den Funkgeräten selbst.

 


 

Anwenderfreundliche und leicht erstellbare Datenanwendungen

 

Die digitale Ende-zu-Ende-Technologie von DMR macht es möglich, Funkgeräte und Systeme leicht durch Anwendungen wie Text-Messaging-GPS und Telemetrie zu erweitern. Da der DMR-Standard auch die Übertragung von IP-Daten über den Äther unterstützt, ist die Entwicklung von Standardanwendungen einfach. In einer Welt, die immer mehr von Daten- und Sprachkommunikation abhängig ist, führt diese Fähigkeit, ein System durch ein breites Sortiment von Datenanwendungen zu erweitern, zu einer größtmöglichen Rendite des eingesetzten Kapitals (ROI). Für Benutzer ist einer der stärksten Faktoren für den Umstieg auf Digital ja auch die Aufnahme geschäftsfördernder Datendienste und Anwendungen in Funksysteme.
Die Verdoppelung der Kanalkapazität, die DMR-Implementierungen erzielen, bildet auch den Schlüssel für die Aufnahme von Datenanwendungen. Um den bestehenden Sprachdienst auf dem gleichen Qualitätsniveau zu halten, muss für Datenverkehr mehr Kapazität bereitstehen. Dies kann für Anwendungen wie die automatische Fahrzeugortung besonders wichtig sein, bei denen das System eine sehr große Anzahl von Nachrichten erzeugen kann, um eine ständige Aktualisierung der Positionen sicherzustellen. Das kann für Unternehmen zwar ein äußerst wertvolles Tool sein, es wird aber sehr wahrscheinlich zusätzliche Kapazität benötigt, wenn die Sprachdienste nicht beeinträchtigt werden sollen. DMR-Implementierungen liefern die zusätzliche benötigte Kapazität einfach und sauber.

 

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Abb. 7
Mit einem DMR-System verwendete positionsgestützte Dienste zur Bestimmung von Benutzerpositionen

 


 

Systemflexibilität durch gleichzeitige Nutzung von TDMA-Kanälen

 

Bei Nutzung des ersten Zeitschlitzes für die Sprechverbindung kann der zweite Zeitschlitz in einem TDMA-System zum Senden von Daten wie Textnachrichten- oder Positionsbestimmungsdaten parallel mit Rufaktivitäten verwendet werden – eine z.B. für Disponentensysteme nützliche Funktion, die sowohl mündliche als auch visuelle Anweisungen liefern. In einer zunehmend datenreicheren Welt wird diese optimierte Datenfähigkeit immer wichtiger. Der künftige Entwicklungsplan für TDMA-Anwendungen mit zwei Zeitschlitzen beinhaltet die Fähigkeit zur vorübergehenden Kombination beider Zeitschlitze zur effektiven Verdoppelung der Datenübertragungsgeschwindigkeit auf 9,6 kb/s oder zur Verwendung beider Zeitschlitze zusammen, um Vollduplex-Privatrufe (ähnlich Telefongesprächen) möglich zu machen. FDMA-Funkgeräte können diese Fähigkeiten nicht bieten (nur auf Kosten zusätzlicher Senderempfänger und der Nutzung zusätzlicher lizenzpflichtiger Kanäle), weil ein einzelner 6,25-kHz-FDMA-Kanal nur einen einzigen Kommunikationsweg enthält, was bedeutet, dass jeweils nur eine Person sprechen kann, nicht zwei, bzw. weil man Sprache oder Daten übertragen kann, aber nicht beides gleichzeitig, und die Übertragungsgeschwindigkeit für Daten, die durch einen einzelnen 6,25-kHz-Kanal gezwängt werden können, auf 4,8 kb/s begrenzt ist.

 


 

Der DMR-Standard ermöglicht die Verwendung des zweiten Zeitschlitzes zur Rückkanalsignalisierung, d.h. das Senden von Anweisungen in Signalform an das Funkgerät auf dem Kanal des zweiten Zeitschlitzes, während auf dem ersten Kanal ein Ruf stattfindet. Diese Fähigkeit kann für Prioritätsrufsteuerung, Fernsteuerung des sendenden Funkgeräts oder die Abschaltung für Notrufe verwendet werden und verleiht dem Betreiber eines Funksystems präzise Kontrolle und Flexibilität. FDMA-Systeme können keine derartige Funktionalität bieten, weil sie auf eine Verbindung pro Spektrum (Kanal) begrenzt sind.

 


 

Überragende Audioleistung

 

DMR-Digitaltechnik bietet bessere Rauschunterdrückung und und erhält die Sprachqualität über eine größere Reichweite hinweg als Analogtechnik, besonders an den äußeren Rändern des Sendebereichs.
Einer der Gründe dafür, warum DMR eine ausgezeichnete Reichweitenleistung hat, ist, dass für die Entwicklung des Standards für die Auswahl von FEC- (Vorwärtsfehlerkorrektur) und CRC- (zyklische Redundanzprüfung) Codierer erhebliche Anstrengungen unternommen wurden. Mithilfe dieser Codierer können empfangende Funkgeräte Übertragungsfehler erkennen und automatisch korrigieren. Zu diesem Zweck analysieren sie in die Nachrichten eingefügten Bits, anhand derer das empfangende Funkgerät erkennen kann, ob ein Fehler vorliegt. Der DMR-Standard spezifiziert über 14 verschiedene zu verwendende Codierer, die jeweils auf verschiedene Übertragungsverkehrsarten abgestimmt sind.

 

Dank der Codierer und anderer Verfahren kann die digitale Verarbeitung Rauschen herausfiltern und bei schlechten Übertragungen Signale rekonstruieren. Benutzer können bei Funkgesprächen alles besser hören, d.h. der effektive Bereich der Funkgerätelösung wird vergrößert und Benutzer sind in sich ändernden Situationen im Einsatz stets reaktionsfähig.

 

Abbildung8.jpg

Abb. 8
Reichweitenverbesserung mit DMR im Vergleich zu Analog

 

Welches digitale System, ob ein 12,5-kHz- oder ein 6,25-kHz-Kanal-System, nun die beste Abdeckung liefert, ist noch nicht völlig geklärt. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. 6,25-kHz-Systeme sind deshalb nachteilhaft, weil das Modulationssignal jeder Übertragung ziemlich streng begrenzt werden muss, wenn mehrere Hochleistungsübertragungen in 6,25-Hz-Kanälen in das Frequenzspektrum gezwängt werden (technisch gesehen wird der Signalhub reduziert), um im Nachbarkanal in diesem Spektrum keine Störung zu verursachen. Diese Begrenzung des Signalhubs bedeutet, dass der Empfänger weniger gut unterscheiden kann, ob ihm eine Null oder eine Eins gesendet wird, wenn das Signal schwach ist, d.h. am Rand des Abdeckungsbereichs des Systems. Theoretisch beeinflusst dies die Reichweite von 6,25-kHz-Systemen.

Einige Regulierungsbehörden begrenzen auch die Leistung von in 6,25-kHz-FDMA-Systemen verwendeten Repeatern auf 50 % der für ein 12,5-kHz-DMR-System verfügbaren Leistung, wenn ein Benutzer zwei 6,25-kHz-Repeater in einem bestimmten 12,5-kHz-DMR-System einsetzen will. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Leistungspegel pro Spektrumseinheit insgesamt beibehalten werden. Derartige Einschränkungen können aber die Reichweite beeinträchtigen. DMR-Systeme profitieren auch von einer überragenden Implementierung von FEC-Protokollen (Vorwärtsfehlerkorrektur). FDMA-Systeme dagegen profitieren von der Tatsache, dass das Grundrauschen bei einem 6,25-kHz-Kanal niedriger ist als bei einem breiteren 12,5-kHz-Kanal

 


 

Versorgungssicherheit durch einen völlig offenen, gut eingeführten Standard mit weitreichender Unterstützung

 

Da DMR ein völlig öffentlicher offener Standard mit der Unterstützung einer breitgefächerten Palette von Händlern ist, können sich Käufer der Versorgungskontinuität sicher sein. Für den Erfolg von Technologien, die in offene Standards eingebunden sind, gibt es viele Beispiele, weil Standards eine weitreichende Beteiligung von Herstellern und Lieferern fördern. Mehr Anbieter bedeuten mehr Auswahl für die Benutzer, schnellere Produktentwicklung und niedrigere Preise aufgrund von Wettbewerbsdruck.
DMR ist heute das am meisten angewendete digitale Betriebsfunksystem. Es wird in über 100 Ländern aktiv eingesetzt und ist die marktführende digitale PMR-Technologie.

 

Erweiterte Steuerungsfunktionen & Effiziente Nutzung der Infrastruktur

 

Ein weiterer Vorteil des TDMA-Ansatzes mit DMR ist, dass man mit einem Repeater, einer Antenne und einem einfachen Duplexer zwei Kommunikationskanäle erhält. Verglichen mit FDMA-Lösungen lässt sich mit TDMA mit zwei Zeitschlitzen eine 6,25-kHz-Effizienz erreichen. Gleichzeitig werden die erforderlichen Investitionen in Repeater und Combiner minimiert. Die nötige Ausrüstung für die beiden Ansätze für ein einfaches System ist in Abb. 6 unten dargestellt.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 01. April 2011 um 07:48 Uhr
 

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