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Sonntag, den 07. Juni 2009 um 18:56 Uhr

 

 

 

DBØZO / DKØZO Dörenberg Relais (N 52° 10' 38'' / E 08° 02' 42''):

 

Artikel zur Historie des Dörenbergs aus der NOZ.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung, Rund um Osnabrück, vom 19.06.2013 (PDF)


Heimat für Jugend und Militär

Aus der Luft betrachtet: Fernmeldestation auf dem Dörenberg

Von Petra Pieper

GEORGSMARIENHÜTTE.
Aus dem tiefen Wald ragt sie hervor, grüßt von Bergeshöh’n das weite Land … – halt! So wird es nichts, denn die Fernmelderei, um die es heute geht, ist eine eher unromantische Angelegenheit. Bei der Fernmeldestation auf dem Dörenberg handelt es sich um eine militärische Anlage, die aus technischen Gründen auf der mit 331 Metern höchsten Erhebung weit und breit erstellt wurde. Aufgebaut in den 1930er-Jahren, nach dem Zweiten Weltkrieg als Jugendherberge genutzt, ist die „Fernmeldestation Bad Iburg“, wie sie wegen des Zufahrtweges genannt wird, obwohl sie auf GMHütter Gebiet liegt, seit Anfang der 60er-Jahre als Fernmeldestelle der Bundeswehr in Betrieb. Imposanter Blickfang ist heute der rund 35 Meter hohe Sendemast aus massivem Beton, der 1981 errichtet wurde.
1996 wurde die Station bei einem Tag der offenen Tür als moderne Dienststelle der digitalen Fernvermittlung präsentiert, die – vergleichbar den Einrichtungen öffentlicher Telekommunikation – eigene Telefon-, Fernschreib- und Datennetze für alle Dienststellen der Luftwaffe in der Nordhälfte Deutschlands bereitstellte. Gegenwärtig wird jedoch nur noch ein kleiner Teil der Liegenschaft als Richtfunkschaltstelle genutzt. Eine Teilabgabe wird derzeit geprüft.
Über die Anfänge der Station gibt es wenig gesicherte Daten. Feldwebel Michael Möhring und Hagens ehemaliger Bürgermeister Martin Frauenheim erstellten 1995 eine Dokumentation, aus der nachfolgend einige Infos entnommen sind. Ursprünglich als Deutschlandfunksender geplant, wurde die Station am Dörenberg 1938 zur Fernmeldeanlage der Wehrmacht ausgebaut. Es entstanden zwei Häuser mit Unterkunft und Speiseraum, zwei 70 Meter hohe Fernmeldetürme, ein in den Berg eingebetteter dreigeschossiger Bunker und für die Wasserversorgung ein Brunnen mit Zisterne.
Eine Starkstromleitung aus Iburg versorgte die Station mit Energie. Die „Funksendezentrale 278“ nahm Ende 1938 mit Soldaten des „Luftgau-Nachrichtenregiments“ ihren Betrieb auf. Die Nachrichtentechnik befand sich damals noch im Forschungsstadium. Eine Erinnerungsplakette verkündet, dass auf dem Dörenberg während eines Manövers im Juni/Juli 1937 die erste militärische Richtfunkstrecke der Welt von Iburg nach Münster betrieben wurde. Als Ersatz für Telefonleitungen über unwegsames Gelände gewannen Richtfunkverbindungen militärisch zunehmend an Bedeutung.
Die erste Funkstation überdauerte kein Jahrzehnt. Am 24. März 1945 fügten alliierte Flieger den Türmen schweren Schaden zu. Kurz darauf sprengten deutsche Soldaten die Anlage samt Bunker und wohl auch samt Unterlagen.
Nach dem Krieg nutzte die Royal Air Force von 1945 bis 1951 und dann wieder von 1953 bis in die 60er-Jahre den Berg und errichtete ihrerseits eine Funkstelle, anfangs sogar mit Wehrmachtgeräten. Gefangene deutsche Soldaten sollen die britischen Kollegen in die Bedienung der Technik eingewiesen haben.
1951 übernahm das Jugendherbergswerk die Gebäude. 50 Plätze im Haupthaus (rechts am Waldrand) wurden im November in Betrieb genommen. Mit dem Ausbau des Nebenhauses im Jahr darauf kamen weitere Plätze hinzu. Geradezu legendär ist das Osnabrücker Zimmer, ein Geschenk der Georgsmarienwerke AG. Die künstlerische Gestaltung dieses Tagesraumes mit Wandbildern von Osnabrück und dem Stahlwerk, Aquarellen, geschnitzten Eichentafeln und schmiedeeisernen Leuchtern traf offensichtlich den Geschmack der Zeit. Auch ein Iburger Zimmer hat existiert.
1954 wurden 2400 Übernachtungen registriert, obwohl die Jugendherberge im Sommer wegen Wassermangels zeitweilig schließen musste. Die wachsende Beliebtheit der Unterkunft spiegelt sich in den Übernachtungszahlen, die für 1962 mit über 12 000 angegeben werden. Aber durch die Konkurrenz mit der nach wie vor bestehenden militärischen Nutzung wurde die Jugendherberge auf dem Dörenberg im November 1965 geschlossen. Auch die Briten zogen sich damals zurück. Die Bundeswehr erinnerte sich der Möglichkeiten des Dörenbergs und nahm zunächst mobil, ab 1964 dann auch stationär den Richtfunkbetrieb auf.
Neben militärischen Zwecken diente die Station vielfach auch sogenannten Fremdnutzern wie Feuerwehr und Katastrophenschutz, DRK, Amateurfunkern und auch dem Fernsehen für die britischen Streitkräfte. Heute befinden sich unter anderem Antennen der Telekom auf den Sendemasten. Dieses Motiv ist in den Geschäftsstellen der Neuen OZ in Osnabrück (Große Straße und Breiter Gang) sowie in Georgsmarienhütte (Am Rathaus 12) erhältlich. Ein Abzug (20 x 30 cm) kostet 14 Euro, das Format 40 x 60 cm 26,50 Euro.

 

DBØSZS Osnabrück:

Wird so bald wie möglich ergänzt...

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 25. Juli 2013 um 18:51 Uhr
 

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